Unix – Entstehung und Merkmale

12 Dez

Das Mehrbenutzer-Betriebssystem wurde im Jahre 1969 von Bell Laboratories entwickelt und dient zur Unterstützung der Softwareentwicklung. Heutzutage wird der Begriff Unix allgemein für alle Betriebssysteme verwendet, die entweder ursprünglich aus dem Unix-System von AT&T stammen oder aber die daraus resultierenden Konzepte beinhalten. UNIX ist eine eingetragene Marke und gehört zur Open Group. Der Name darf lediglich bei zertifizierten Systemen verwendet werden. Aus diesem Grund werden in Fachkreisen Unix-artige Systeme mit Unix bezeichnet, während wiederum zertifizierte Systeme mit UNIX gekennzeichnet sind.

Die Geschichte von Unix

Mitte des Jahres 1969 entwickelte Ken Thompson seine erste Unix-Version. Sie wurde in der Assemblersprache entwickelt und war auf der DEC PDP-7 eine gute Option zu Multics. Um herauszufinden, welche Schnittstellen benötigt werden, programmierte Thompson zusammen mit Dennis Ritchie das Spiel Travel. Es war zudem das erste Programm, das auf dem neuen Betriebssystem-Kern lief. Im Jahre 1974 war Unix schließlich mit Hilfe der Programmiersprache C komplett neu implementiert und zusammen mit einem kompatiblen C-Compiler zum Test an Universitäten verteilt worden. In den 80er Jahren gelang Unix schließlich der vollkommene Durchbruch, als es sich zu dem meist dominierenden Betriebssystem durchgesetzt hatte, das an Universitäten genutzt wurde.

Die Merkmale von Unix

Ein besonderes Merkmal beim Umgang mit Unix ist, dass der Kernel als einziger einen Zugriff auf die Hardware mittels Gerätetreiber hat und zudem die Prozesse verwaltet. Außerdem ermöglicht er die Nutzung des Dateisystems und des Netzwerkprotokollstapels. Um weitere Prozesse Starten und Steuern oder aber mit dem Dateisystem kommunizieren zu können, werden Systemaufrufe verwendet. Bei einem Zugriff auf die Gerätetreiber wird dieser im Dateisystem als ein Zugriff auf “spezielle Dateien” abgebildet. Dies ermöglicht, dass Geräte und Dateien bestmöglich aus Sicht der Prozesse vereinheitlicht werden können. Das System wird durch verschiedene Programme, einem Textsatzprogramm, sowie einen C-Entwicklungssystem abgerundet. Die Tatsache, dass die Programmiersprache C die favorisierte Sprache der Unix-Systeme ist, beruht darauf, dass beide aus historischer Sicht eng miteinander verknüpft sind – sie verhalfen einander gar zum Durchbruch.

Der Aufbau

Organisatorisch gesehen ist das Dateisystem von Unix als ein hierarchisches Verzeichnis mit unzähligen Unterverzeichnissen aufgebaut. Heutzutage bereits als selbstverständlich erachtet, handelte es sich damals um ein vollkommen neues Konzept. Das Verzeichnis “/” diente als das Wurzelverzeichnis, auch Rootverzeichnis genannt. Das Abbilden von Festplatten, Terminals oder CD- und Disketten-Laufwerken gehörte zu den Grundkonzepten von Unix. Microsoft Windows beispielsweise legt im Unterschied dazu separate Verzeichnishierarchien an, die unterhalb von Laufwerkbuchstaben liegen. Unix vertritt das Grundprinzip “Alles ist eine Datei.”. Hierdurch wird eine bedeutend einfachere und einheitliche Schnittstelle ermöglicht, die den verschiedensten Anwendungen dient. Mitunter werden gar Prozesse oder Eigenschaften auf Dateien abgebildet. Die Ein- und Ausgabeumleitungen in Dateien werden dabei über Shell, den Kommandointerpreter, realisiert und ermöglichen ein einfaches Handling. Prozessoren wiederum kommunizieren über Pipes. Die wichtigsten Merkmale von Unix sind neben seiner hohen Stabilität, dem Multiuser und Multitasking auch der Speicherschutz sowie sein virtueller Speicher, der zu Beginn noch in der BSD-Linie implementiert wurde. Auch die IP-Netzwerkunterstützung und die ausgereiften Script-Eeigenschaften machen einen großen Teil von Unix aus. Die grafische Oberfläche, die bei Workstations, sowie Derivaten von Unix verwendet wird, basiert auf X11.

Bildquelle: pixeltrap

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